Sehr geehrte Mitglieder der Waldbesitzervereinigung Schongau eG,

leider schon den zweiten Newsletter in Folge müssen wir zum Thema Forstpolitik
verfassen, um sie zu informieren. Schon bei der letztjährigen Generalversammlung
haben wir sie auf den nächsten, aufziehenden Bürokratiewahnsinn hingewiesen.
GEGEN SINNLOSE BÜROKRATIE UND DIE TOTALÜBERWACHUNG
UNSERER WÄLDER DURCH DIE EU!

Mit der Ende 2022 beschlossenen EU-Verordnung Entwaldungsfreie Lieferketten
(EUDR | EU Deforestation Regulation) soll die globale Entwaldung gestoppt werden.
Für eine Reihe von Produkten, u.a. Holz, muss ab Ende 2024 nachgewiesen werden,
dass diese ohne die Zerstörung von Wald, d.h. ohne die illegale Umwandlung von
Wald in landwirtschaftliche Fläche, erzeugt wurden. Grundsätzlich sind alle
Bemühungen zu begrüßen, die die weltweite Entwaldung reduzieren. Allerdings
adressiert die geplante Anwendung der Verordnung mit Verweis auf das WTO-
Konformitätsgebot ein Scheinproblem. Eine Entwaldung im Sinne der Verordnung
existiert in Deutschland nicht. Wald wird nicht illegal in landwirtschaftliche Fläche
umgewandelt. Der im Zuge der Umsetzung der Verordnung drohende enorme
bürokratische Aufwand ist völlig unverhältnismäßig, wird an der vielerorts nicht
vorhandenen EDV-Ausstattung der Waldbesitzer scheitern, diese so vom
Marktzugang ausschließen, die globale Entwaldung nicht eindämmen und die EU-
Skepsis vieler Waldbesitzer befeuern. In der nationalen Umsetzung der EUDR sind
daher dringend Sachgerechtigkeit, Verhältnismäßigkeit und Pragmatismus gefordert.
Was bedeutet das in der Praxis?
Die Europäische Union hat mit der Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten
(EUDR) einen weiteren Schritt in die Totalüberwachung unserer Wälder gestartet und
ein Bürokratiemonster in einem nie gekannten Ausmaß initiiert: Ab 2025 müssen
Waldbesitzer jeden Stecken Holz – egal ob Brennholz, Abschnitte oder Stammholz, der
verkauft wird, mit einer Geolokalisation nach Brüssel melden!
Eigentlich sollte die Waldzerstörung und willkürliche Rodung für die
landwirtschaftliche Erzeugung in anderen Regionen bekämpft werden. Auch wir sind
für den Erhalt der Wälder weltweit. Aber statt sich sinnvoll gegen die weltweite
Waldzerstörung einzusetzen, wurde eine Verordnung verabschiedet, die eine reine
Gängelung unserer nachhaltigen Forstwirtschaft ist. Sie ist ein weiterer Schritt gegen
unseren nachwachsenden Rohstoff Holz!

Anstatt die Bürger durch immer neue überzogene Vorgaben zu gängeln und damit
den Glauben an die europäische Idee zu erschüttern, muss Brüssel ihnen endlich
Vertrauen entgegenbringen. Eine Politik, die sich am Grundsatz der Subsidiarität und
Verhältnismäßigkeit orientiert. Jetzt ist es notwendig, dass wir alle eine klare Botschaft
nach Brüssel senden!
Unterstützen Sie die europaweite Petition für eine selbstbestimmte
Waldbewirtschaftung in den Regionen, die der Waldverband Österreich initiiert hat.
Hier geht es zur Petition:
https://openpetition.eu/!qtmdr

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